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Primär-Sekundär-Analyse in der Montage

Bruno Lotter, Diter Spath, Peter Baumgartner
Auszug aus "Primär-Sekundär-Analyse", 5. Primär-Sekundär Analyse in der montage

Der Anwendungsbereich der Primär-Sekundär-Analyse beginnt mit der Bereitstellung des Montagematerials direkt aus der vorgelagerten Teilefertigung, vom Lieferanten, oder über ein Teilezwischenlager und endet mit der Ablieferung der montierten Produkte im Versand.

Damit stellt die Montage nach Abb. 5-1 einen Teil der Produktentstehung dar.

 

Definition der Primär-Sekundär-Analyse in der Montage

Mit Hilfe der Primär-Sekundär-Analyse wird der Wirkungsgrad der Montage als qualitatives Beurteilungskriterium ermittelt und zeigt die Optimierungs- und Rationalisierungsmöglichkeiten auf. Da die Anforderungen an Montagekonzepte von der Größe der zu montierenden Produkte, der Produktkomplexität, der zu beherrschenden Variantenanzahl und von den Produktionsstückzahlen geprägt werden, wird es notwendig, die Primär-Sekundär-Analyse der Montage für die Bereiche

  • manuelle Montage/Kleingeräte
  • halbautomatische oder automatische Montage/Kleingeräte
  • manuelle Montage/Großgeräte

gesondert zu definieren.

 

Aufwandsermittlung auf Zeitbasis

Im Bereich der manuellen Montage reicht die Aufwandsermittlung auf Zeitbasis dann aus, wenn innerhalb des zu betrachtenden Montageabschnittes ein einheitliches Lohnniveau besteht und der Anteil der Fixkosten am Montagestundensatz kleiner als ca. 10 % ist.

 

Übergang zur monetären Aufwandsermittlung

Die Überführung von Zeitwerten in monetäre Werte wird notwendig, wenn:

  • das Entlohnungsniveau innerhalb der Betrachtungseinheit sehr unterschiedlich wirkt
    (wenn z.B. Ingenieure, Meister, Facharbeiter, bis hin zu angelernten Montagewerkern tätig sind)
    die ermittelten Zeitwerte in eine verdichtete Stufe der PS-Analyse einfließen sollen
  • der Fixkostenanteil am Montagestundensatz größer als ca. 10 % wird
  • das Umlaufvermögen der Montage in Form kalkulatorischer Zinsen erfaßt werden soll.

 

Anwendungsstufen

Die Primär-Sekundär-Analyse ist, wie aus Abb. 5-2 hervorgeht, dreistufig aufgebaut. Die Grundanalyse dient zur Beurteilung der Montagestruktur bzw. des eigentlichen Montageablaufes. Zur Beurteilung eines einzelnen Montagearbeitsplatzes dient die Feinanalyse; mit der erweiterten Analyse wird der Gesamtbereich einer Montage, beginnend mit der Bereitstellung des Materials, dem Transport, der Lagerung, das Montagesysten, die Prüfung und Verpackung einschließlich der zugehörigen Verwaltungsaufgaben beurteilt.

Als Bezugsgröße für die Grundanalyse kommen TMU bis Sekunden (TMU = Time Measurement Unit / 1 Std. = 100.000 TMU), für die Feinanalyse nur TMU und für die erweiterte Analyse monetäre Stundensätze in Ansatz.

Die Primär-Sekundär-Analyse ist als Planungsinstrument sowohl für neu zu schaffende Montagesysteme als auch zur Verbesserung bestehender Montagesysteme geeignet. Dies gilt in bedeutendem Maße auch für höher technisierte Montagetechniken bis zur vollautomatischen Montage.